Warum muss ich soviel committen?
KI half bei: Entwurf, Übersetzung. Wie KI beim Schreiben half
Lange Zeit waren meine Commits Notizen an mich selbst.
ok. test. hopefully this works. Die Änderung war im Repo. Wochen später wusste ich oft nicht mehr, was ich da eigentlich gemacht hatte.
Also habe ich es ernster genommen. Klarere Messages. Was hat sich geändert — und warum. Eine Weile hat das gut funktioniert. Es fühlte sich an, als würde ich neben dem eigentlichen Job auch noch „richtig“ Software bauen lernen.
Dann war es wieder weg.
Nicht, weil ich’s vergessen hätte. Der Betrieb war einfach lauter. Wenn etwas fertig werden muss, fühlt sich eine saubere Commit-History nach Extraarbeit an. Ich weiß noch, wie eine gute Message aussieht. Ich schreibe nicht immer eine.
Irgendwann stand der Satz bei mir im Kopf — und später auch in einer Commit-Message: Warum muss ich soviel committen?
Es ging nicht um Git.
Es ging um den Abstand zwischen dem Entwickler, der ich meiner Meinung nach sein sollte, und dem Geschäftsführer, der unter Zeitdruck etwas Brauchbares braucht. Wenn Luft ist, hinterlasse ich eine sauberere Spur. Wenn nicht, geht’s raus. So zu tun, als wäre ich immer diszipliniert, wäre gelogen.
Ordentliche Commits finde ich trotzdem sinnvoll. Mir selbst helfen sie, wenn ich später wieder reinschaue. Aber eine Serie sauberer Messages beweist mir nichts mehr. Bewiesen ist, wenn das Ding für die Leute funktioniert, die es brauchen.
Wenn du neben dem Betrieb codest, kennst du das vielleicht: Du lernst die „richtige“ Art — und wirfst sie wieder über Bord, sobald’s brennt. Beides gehört dazu. Die History ist nicht das Produkt.
Mit KI wird’s nochmal komisch. Die kann eine polierte Commit-Message für eine Änderung schreiben, die ich selbst kaum durchblicke. Das hilft mir nicht. Ich will wissen, was kaputtging — auch wenn die Message nur ok heißt.
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